Typischer Parallelismus?

Man könnte es aber auch (diesen “typischen Parallelismus), vielleicht etwas bildhafter umschreiben,
mit “dem Eulen nach Athen tragen” benennen.
Gerne möchte ich dieses Fundstück, aus meinem arythmischen “Lese-Kalender” hier einstellen
und die verkannter und oft noch, vielleicht auch wegen ihrer mangelnden Schulbildung,
klein gehaltene Autorin zitieren.

Es reicht von daher nur der “Bericht” über die Ausgangs-Geschichte, das Original
– um hier den Spiegel erkennen zu können:

Die Gleichgültigkeit im Volk Gottes

Dem Priester Zacharias war bereits das baldige Kommen des Messias angekündigt worden,
als er seinen Dienst am Altar im Tempel verrichtete.
Der Wegbereiter des Messias war schon geboren und
seine Aufgabe durch Wunder und Weissagungen bestätigt worden (Lk. 1,5-25;52-80).
Die Nachricht seiner Geburt und die wunderbare Bedeutung seiner Aufgabe waren weit verbreitet worden.
Und dennoch bereitete sich Jerusalem nicht darauf vor, seinen Erlöser willkommen zu heißen.

Mit Erstaunen nahmen die Boten des Himmels die Gleichgültigkeit jenes Volkes wahr,
das Gott dazu berufen hatte, der Welt das Licht der heiligen Wahrheit zu vermitteln.
Die jüdische Nation war bewahrt worden, um zu bezeugen,
daß Christus als Nachkomme Abrahams und aus der Linie Davids geboren werde.
Dennoch wußte es nicht, daß dessen Ankunft jetzt unmittelbar bevorstand.

Selbst im Tempel, wo die Morgen- und Abendopfer täglich auf das Lamm Gottes hinwiesen,
traf man keine Vorbereitungen, um ihn zu empfangen.
Auch die Priester und Lehrer des Volkes wußten nicht,
daß in Kürze das größte und wichtigste Ereignis aller Zeiten eintreten sollte.
Gedankenlos leierten sie ihre Gebete herunter und
führten die vorgeschriebenen Riten der Verehrung Gottes aus, 
um von den Menschen gesehen zu werden.

In ihrem Streben nach Reichtum und weltlichem Ansehen waren sie jedoch
nicht auf das Erscheinen des Messias vorbereitet.
Dieselbe Gleichgültigkeit durchdrang das ganze Land Israel.
Die ichbezogenen, von weltlichen Dingen erfüllten Herzen
blieben von der Freude unberührt, die den ganzen Himmel in Begeisterung versetzte.
Nur einige wenige sehnten sich danach,
den Unsichtbaren zu erblicken, und zu diesen wurden die himmlischen Botschafter gesandt.
(Der Sieg der Liebe/Das Leben Jesu; Kapitel 4; Ellen G. White)

Hervorhebungen/Kursiv-Stellung vom Autor dieser kleinen Zeilen.


 

Es ist wahrlich ein Segen, ein Impuls, daß wir derzeit so viel Zeit und hoffentlich auch Muße habe –
nicht nur in diese Spiegel zu schauen, folgend zu reflektieren,
sondern dann, in einer gewissen, wie eigentlich auch offensichtlichen Konsequenz, in die Tat zu gehen.

Manchmal brauchen wir Menschen diesen einen Impuls, so einen Stuppser,
eine Erinnerung und auch eine Einladung. Wie genial, daß es diese inspirierte und auch tiefe Literatur gibt,
selbst von einfachen Frauen, die nur drei Jahre die Schule besucht haben oder die von Hirten, Fischern usw.

Habt einen gelungenen, wie gesegneten Start in die Woche,

Ralf.

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